Einen Tag lang Landwirtschaft hautnah erleben

Fest Rekordverdächtiger Besucherandrang auf dem Schwalbenhof

Die Mitglieder der Demeter-Betriebsgemeinschaft Schwalbenhof in Berschweiler strahlten beim Hoffest mit der Sonne um die Wette. Der sehr gute Besuch war ein Indiz dafür, dass sich die tagelangen Vorbereitungen gelohnt hatten. „Es geht in Richtung Besucherrekord“, stellte Anna Jaschok schon früh fest.

Sie und ihr Team hatten auch allerhand für Groß und Klein zu bieten. Die Vorbereitungen waren enorm. „Darum ist dieses Hoffest auch nur alle zwei Jahre zu stemmen“, sagte Jaschok und wies jetzt schon darauf hin, dass in zwei Jahren der 40. Geburtstag des landwirtschaftlichen Biobetriebs gefeiert werden soll. Es war ein informativer und geselliger Tag. Das Leben auf dem Bauernhof hautnah erleben, lautete das Motto. Die teils von weither angereisten Besucher konnten an einer Hofführung teilnehmen, eine Käseschule besuchen, beim Kuhrennen durch Berschweiler mitmachen und gewinnen oder ihr Glück bei einer Schubkarrenrallye versuchen.

Am Abend gaben Soul Climbers Balladen, Rockhits und eigene Lieder zum Besten. Die Landfrauen aus Berschweiler verwöhnten die Gäste mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen. Die Kinder konnten sich die Zeit in der Strohburg oder auf dem Barfußpfad vertreiben, sich im Kuhmelken üben oder sich in der Nähe des Streichelzoos aufhalten.

Legendär ist bei jedem Hoffest das Kuhrennen durch Berschweilers Dorfstraßen. Aber auch die von Clemens Dorn angebotene Feldrundfahrt war ein Hit. Letztere fanden Helmut Rothenberger aus Kirn und Junglandwirt Jens Bender aus Heimweiler besonders interessant. Dabei stellten sie wie alle anderen fest, was derzeit der Natur fehlt: Regen.

Das Schaukäsen von Marian Dorn war eine weitere Attraktion. In der neuen Käserei des Schwalbenhofswird die Biomilch kuhfrisch handwerklich verarbeitet. Marian Dorn hat das Käsemachen in der Schweiz gelernt und die Hofkäserei in Berschweiler nach und nach aufgebaut. Heute kann man das vielfältige Schwalbenhof-Angebot im eigenen Hofladen und auf Wochenmärkten – unter anderem in Bad Kreuznach – kaufen, darunter natürlich auch den preisgekrönten Kuhmilchweichkäse Schwalbert.

An anderer Stelle hatte sich Karl Rheinländer platziert und bot einen Sensendengelkurs an, wofür sich gleich Lion Hitsch aus Velbert im Bergischen Land interessierte. „Alles alte Handwerk fasziniert mich total“, sagte der junge Mann. Rheinländer hatte jüngst in Morbach einen Sensendengelkurs angeboten und will dies in Kürze auch auf dem Schwalbenhof tun.

Das Schwalbenhofteam war froh, dass es bei dem großen Hoffest von Schülern der Bielefelder Waldorfschule unterstützt wurde. Aber auch Mitglieder der solidarischen Landwirtschaft aus der Region packten mit an.

Besonders wichtig ist den Vereinsmitgliedern vom Schwalbenhof und der Landwirtfamilie Dorn die Arbeit mit jungen Menschen. Sie sollen auf dem Hof unter dem Motto „Lernort Bauernhof“ Einblicke in die Landwirtschaft erhalten und mehr über Kühe, Milch und Milchverarbeitung erfahren, so wie es die Besucher des Hoffestes tun konnten.

Karl Rheinländer bot einen Sensendengelkurs an. Lion Hitsch aus Velbert im Bergischen Land wollte gleich mitmachen.
Oeffentlicher Anzeiger (Ost) vom Dienstag, 30. Mai 2017, Seite 25
Nahe Zeitung vom Mittwoch, 31. Mai 2017, Seite 16
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