Kartoffelernte anno dazumal…..

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Kartoffelernte anno dazumal…..

Wie die Kartoffelernte vor 70 Jahren funktionierte, hat Edgar Kissel aus Berschweiler in seinem Buch festgehalten:

Wenn im Herbst die Männer mit den Fuhrwerken und der Saat beschäftigt waren, „begannen die Frauen damit, die Kartoffelfelder (Krumbieresticker) mit dem „Krumbierekarsch“ anzugraben, die Kartoffelernte begann.

Manche Kleinbetriebe machten die „Krumbiere“ ganz von Hand aus, manche mit dem Pflug, wobei man die Furche noch mit dem Karsch durchkratzen musste. Größere Betriebe hatten schon einen Kartoffelroder. Wir hatten eine ganz alte Kartoffelmaschine. Sie hatte fünf Auswurfgabeln, die jeweils mit einem 1,20m langen Stock versehen waren. Die Stöcke liefen oben in einem Ring umeinander auf und nieder. Sie hatten die Funktion, die Gabeln immer senkrecht zu halten. Die Roder damals warfen eine Reihe aus, welche – um nicht von der nächsten zugeschüttet zu werden – beiseite gescharrt oder alle paar Meter auf Spreiten gerafft werden musste.

Wenn eine Tagesration ausgeworfen war, konnte der Fuhrmann mit seinem Gespann wieder anderen Arbeiten nachgehen, während die restliche Familie mit dem Auflesen der Kartoffeln begann. Es wurden drei Sortimente gemacht: Dicke, Legekartoffeln und kleine bzw. beschädigte. Für das Auflesen der Letzteren waren meistens wir Kinder zuständig, ob es uns gefiel oder nicht. Hin und wieder wurde ein Feuerchen gemacht und Kartoffeln darin gebraten. Das entschädigte uns wieder für alles. Wir Kinder hatten damals vierzehn Tage Herbstferien, damit wir bei der Kartoffelernte helfen konnten, dafür waren die Sommerferien kürzer als heute. Die Kartoffel war ein Hauptnahrungsmittel und nebenbei noch ein Hauptfuttermittel für die Schweinemast. Die kleinen Kartoffeln wurden an die Schweine verfüttert, man kochte sie in einem großen Kessel mit eigener Feuerung und zerstampfte sie. Viele Betriebe hatten ein Kartoffelsilo, dann kam im Herbst die Dämpfkolonne vom Raiffeisen und die kleinen und Futterkartoffeln wurden eingedämpft und so konserviert und haltbar gemacht.“

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Von | 2015-08-20T14:45:15+00:00 29. Juli 2015|Kategorien: Allgemein, Feldtag, Landwirtschaft|Tags: , , |0 Kommentare

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