Historie Berschweiler

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Historie Berschweiler 2016-10-14T18:07:54+00:00

Berschweiler in der Vergangenheit

 

Die Geschichte von Berschweiler, die Wüstungen
und die Sagen unserer Gegend:

zusammengetragen im Mai 2006 von Andrea Hill, Berschweiler

Berschweiler

Die Gemarkung von Berschweiler befindet sich mit der von Bergen und Wassernach an der uralten Verkehrsstrasse Mosel-Nahe-Glan.

Spuren der vorrömischen und römischen Zeit finden sich hier. Im Verlauf seiner politischen und kirchlichen Geschichte ist Berschweiler wie Griebelschied stets mit Bergen Hand in Hand gegangen.

  • 1500 v.Chr. wohnen Kelten im Nahegebiet

  • 500 v. Chr entstehen die Ringwälle der Kelten, die ihre Toten in Urnen unter den Hügeln beerdigen.

  • 200 v. Chr. kommen aus Norddeutschland die Germanen ins Nahegebiet und vertreiben die Kelten. Aus dieser Zeit stammen die Siedlungen mit den Namen „- heim“ und „-hausen“.

  • 50 v. Chr. erobert Julius Cäsar auch unser Heimatgebiet

  • 300 n. Chr. führt die Römerstrasse zwischen Bergen und Berschweiler über den Hunsrück  (Urnenfund am Pflanzgarten vor Perchwald und Grab auf Griebelschieder Gemarkung)

  • 825 n.Chr. wird die Kyrburg erstmals in den Akten erwähnt. Unsere Vorfahren werden Christen.

  • Erstmals erwähnt wird Berschweiler 1336, als Graf Johann III von Sponheim-Starkenburg den Wildgrafen Friedrich von Kyrburg beschuldigt, dass er mit eigener Hand einem seiner armen Leute, Peter von Berschweiler, das Haus angezündet und mit allen Früchten verbrannt habe. Damals gehörte Berschweiler zur kyrburgischen Linie, dem Rheingrafen Johann von der Kyrburg.

  • 1500: Eisen- und Kupfererzabbau (Wanhanse, Ochsewasem, in der Grub), Berschweiler Bauern fronen unter den Kyrburger Rittern.

  • Berschweiler hatte 1515 nachweislich 12 Hausgesesse, zahlte Zins und Fastnachtshühner.

Frau Franzmann-Conradt hat nachgefragt bei Herrn Anhäuser: Fastnachtshühner seien eine Steuer gewesen, die in der Fastenzeit (Fastnacht) von den Lehnherrn erhoben wurde, damit diese nicht ganz auf Fleisch verzichten mussten. Fisch und Geflügel fiel damals nicht unter das Fastenverbot. Und durch diese Steuer konnten die Fürsten sicher sein, eine genügende Anzahl von Hühnern zu erhalten.  

  • Nach dem Bergener Gerichtsweistum von 1549 hatten die von Berschweiller oder Berßwiller genauso wie die Staufenberger die Galgenstricke „hanbuchen wiedt lingks gedraet“ für den Galgen in Bergen, dem Gerichtsort, zu liefern. Bergen steuerte Rad und Holz zum Rädern und Brennen und die Leiter zum Galgen bei.

  • 1604 gab es in Berschweiler nur noch 6 Hausgesesse, 1607 noch 5.

  • 1660 Unterricht in Berschweiler in Lesen und Katechismus für Kinder

  • 1689 gibt es noch 8 Hausgesesse

  • Am 13.8.1672 klagt Berschweiler gegen Bergen wegen des Weidegangs (siehe Staufenberg: 1567 und 1578 haben Berschweiler und Staufenberger einerseits und Bergen andererseits Streit wegen der „Grummetatzung und des Weidegangs“. Dieser Streit, der sich auch nachdem Staufenberg schon untergegangen war, ausweitete, dauerte bis zur endgültigen Regelung im Jahre 1715 fast noch 150 Jahre an.

  • 1750 geregelter Winterschulbetrieb besteht.

  • 1800 zieht ein Fremdenlegionär aus Berschweiler mit Napoleon durch Europa. Ein Brief von ihm aus Spanien erreicht die Gemeinde. Schinderhannes treibt sein Unwesen in unmittelbarer Nachbarschaft. Berschweiler stellt zusammen mit Bergen und Griebelschied Wachen auf.

  • 1815 gab es 94 Einwohner, 1845: 220, heute sind wir bei knapp 300 Einwohnern angelangt.

  • 1830 führt Berschweiler einen Prozess wegen der Urbarmachung der Königswies, im gleichen Jahr erfolgt die Einstellung des Betriebs in den Eisenerzbergwerken in der Faust und das Land kommt zu Oldenburg

  • 1840 Streit zwischen der Gemeinde und den Eisenerzbergwerksbesitzern

1715 Joseph de Hauzeur, Besitzer der Eisenhütten von Abentheuer und Züsch, erwirbt von den Wild- und Rheingrafen für 500 Gulden das Recht am Staufenberger Hof und Auf der Harz nach Eisenerz schürfen zu dürfen. 1724 verkauft er es für 800 Gulden an die Gemeinden Bergen und Berschweiler. Der Staufenberger Hof lag angeblich im jetzigen Flurbezirk “vor der Lochheck“

Ich habe eben den Rheingrafen Johann von der Kyrburg erwähnt, über den es auch eine Sage gibt mit dem Namen „Die Gaben des Berggeistes“

SAGE „Die Gaben des Berggeistes“

Der Rheingraf Johann von Kirburg hatte wieder einmal im Hochwalde gejagt. Auf dem Heimweg entfernte er sich von seinem Gefolge, fand ein lauschiges Plätzchen an einem Bächlein und legte sich auf dem weichen Moose zu kurzer Ruhe nieder. Bald war er eingeschlafen und hatte einen gar seltsamen Traum.

Es erschien ihm der Berggeist, überreichte ihm drei kostbare Dinge aus Jaspis: einen Becher, einen Löffel und einen Ring und sprach zu ihm:

Nimm diese drei Dinge und gib sie deinen Söhnen. Doch lege ihnen ans Herz, dass sie und ihre Nachkommen diese Geschenke wohl in acht nehmen. Denn solange die Gaben aus Jaspis erhalten bleiben, werden die Familien deiner Söhne blühen. Doch merke dir, wenn sie aber zerbrechen, werden ihre Familien aussterben.“

Als der Rheingraf erwachte, lagen die drei Gaben wirklich vor ihm im Moose. Er nahm sie ehrfurchtsvoll an sich, verwahrte sie in seiner Jagdtasche und brachte sie nach Hause.

Kurze Zeit darauf nahm Rheingraf Johann die Verteilung seines Besitzes vor. Der älteste Sohn erhielt Schloß und Herrschaft Kirburg, der zweite Dhaun und der dritte Grumbach. Darnach führte er die Söhne in ein besonderes Gemach, wo die Gaben des Berggeistes auf einem Tischlein bereit lagen.

Die feierliche Miene des Vaters erregte ihre Verwunderung nicht minder, als die seltsamen Dinge auf dem Tischlein. Er erzählte ihnen die geheimnisvolle Herkunft der Gegenstände und schärfte ihnen die Worte des Berggeistes ein, sowohl die der Verheißung, als auch die der Warnung. Dann erhielt jeder seine Gabe, der Kirburger den Becher, der Dhauner den Löffel und der Grumbacher den Ring.

In der Familie des Kirburger Rheingrafen wurde der Becher in Ehren gehalten. Er vererbte sich mit den Worten des Berggeistes von Geschlecht zu Geschlecht. Doch nachdem mehr als 100 Jahre vergangen und die Zeit und hartes Kriegsgeschehen viele Veränderungen bei Land und Leuten herbeigeführt hatten, waren die Worte des Geistes aus dem Hochwalde so verblasst, dass man sie nicht mehr ernst nahm. Und als der regierende Rheingraf einst ein großes Fest veranstaltete, scheute er sich nicht, den Becher aus Jaspis holen zu lassen und aus ihm wie aus einem gewöhnlichen Gefäß zu trinken. Dabei entglitt er ihm aus den Händen, fiel zu Boden und zerbrach.

Die Weissagung des Zwerges aber ging bald darauf in Erfüllung, denn die Söhne dieses Rheingrafen starben ohne Nachkommen. Die Kirburger Linie der Rheingrafen war erloschen.

Ähnlich war es zu Dhaun ergangen. Zwar fand sich der Löffel nach fast 200 Jahren noch immer im Besitz der Familie, aber die Erinnerung an seine Herkunft und Bedeutung war fast gänzlich geschwunden und die Worte des Berggeistes wurden, wenn sie ein Ahne der jungen Generation übermittelte, kaum noch oder höchstens mit einem ungläubigen Lächeln aufgenommen.

So kam es, dass der Löffel zuletzt von den Kindern zum Spielen benützt werden durfte. Dabei entfiel er einmal einer kindlichen Hand und zerbrach.

Bald darauf starb auch diese rheingräfliche Familie aus. Wieder hatte sich die Weissagung des Berggeistes erfüllt.

Und zu Grumbach: Dort hatte der Rheingraf, der den Ring von seinem Vater erhalten hatte, Vorsorge getroffen, ihn der Nachkommenschaft unversehrt zu erhalten. Er legte ihn in ein eigens dazu hergerichtetes Kästlein und band ihn darin mit einem goldenen Drahte fest.

Als kostbares Kleinod, von dem das Wohl und Wehe der Familie abhängt, wurde er von jedem Geschlecht dem folgenden mit Ehrfurcht übermittelt und unbeschädigt erhalten. Über 400 Jahre sind seitdem vergangen, und noch blüht das Geschlecht der Rheingrafen von Grumbach in den Fürsten zu Salm-Horstmar in Westfalen. Heute noch verwahren sie den Ring, den jener Berggeist aus dem Hochwald ihrem Ahnherrn schenkte, sowohl als kostbares Erbstück wie auch als Garant für die Zukunft ihres Geschlechtes.

Fortsetzung der Geschichte Berschweilers

  • 1860 wird die Nahetalbahn gebaut, die Strasse nach Fischbach wird durch die Harz gelegt, die Vorfahren von Gerhards machen die Lochwies urbar.

  • 1863 bricht der Kirchenstreit aus.

  • 1865 Abbau der Wassenacher Kirche und Aufbau der Kirche in Berschweiler 1866.

  • bis mind.1864 lebte – als die Schürfstelle eingegangen war – hinter Büchelche ein Mann namens Dewelg =Theobald, mit seiner Tochter. Er ging in Berschweiler in die Kirche bis in die 70er Jahre. Er wohnte in der einsamen Wieseninsel i. Wald b. Waanhanse. Er hatte eine schwarze Bergmannsuniform an, mit goldenen Knöpfen, schwarzer Schirmmütze mit gekreuzten Hämmern als Mützenabzeichen. Er war Witwer. Das Haus, ein richtiges Steinhaus stand auf der Mittagspercher Platt. Er hatte einen Aufsichtsposten im Bergbaubetrieb gehabt.

  • 1864 wandert ein Lehrer aus Berschweiler nach Südbrasilien aus. Lt. Renate Maurer handelte es sich hier um einen „Maurer“, der wegen seiner homosexuellen Neigungen auswanderte, denn hier wurde man damals dafür zum Tode verurteilt. Übrigens wurde man in Deutschland bis zum Jahre 1969 für Homosexualität strafrechtlich verfolgt.

  • 1880 der Betrieb im Sandsteinbruch in der Faust wird eingestellt

  • 1871 die erste Dreschmaschine kommt ins Dorf

  • 1895 verschwindet das letzte Strohdach im Dorf

  • Bis 1900 wohnte im Sandsteinbruch, an dem Weg, der von Rodenborn hineinführt, ein Mann mit seiner Frau. Ansässig wurde er dort, als der Bruch stillgelegt wurde. Er war faul, lebte vom Korbflechten (damals flochten die Bauern die Körbe noch nicht selber). Er soll Ungeziefer gehabt haben, mit seinen Kleidern ins Bett gegangen sein und seit dem Ausscheiden aus dem Bruch dieselben nie mehr gewechselt haben. Wegen seines Gestankes wurde er gemieden. Seine Frau brachte die Körbe ins Dorf und tauschte einen Korb gegen jeweils ein Brot. Er führte einäußerst armseliges Leben. Er siedelte nach Fischbach über und starb dort im Kelterhäuschen.

  • 1904 wird die Flachsverarbeitung (Anbau, Brechen, Hecheln, Spinnen, Weben) eingestellt

  • 1910 wird die Wasserleitung gebaut und das Wasser durch den Windmotor ins Dorf gepumpt.

  • bis 1914 kommt der Siebmacher Wirtius aus Oberhausen jährlich nach Berschweiler zu Fuß, seinen Schubkarren vor sich her schiebend mit seinem Arbeitsmaterial

  • 1915 wird Strom ins Dorf gelegt, die Zimmerbeleuchtung durch die Petroleumlampe verschwindet damit und die Wasserleitung wird mit Strom betrieben, der Windmotor wird abgerissen.

  • 1918 kommt das Land Birkenfeld von Oldenburg an Preußen

  • 1919 wird der Gesangverein gegründet, der Stierstall gebaut, Bunker auf dem Hahn werden gebaut, die Strasse an der Ochsenheck wird geteert.

  • 1923 kommt ein Personenwagen ins Dorf gehoppelt, Männer in Aktentaschen fragen nach dem Kriegsdienstverweigerer Kolbe. Der Schöffe beteuert, dass es einen solchen Mann nicht gäbe. Dann fällt ihm ein, kaum, dass die Männer den Ort verlassen haben, dass das Ehepaar, das im Pflanzgarten wohnt, ein Kind hat (Bergener Flur, Häuschen direkt an der Grenze zum Berschweilerer Land). (Name Kolbe ist erfunden, der Rest stimmt)

  • 1928 wird das alte Gemeindehaus abgerissen und das neue gebaut

  • 1934 Denkmal an der Kirche, Bau des Dreschschuppens

  • 1936 Die Hochspannungsleitung wird hinter dem Dorf entlang gelegt

  • 1937 Übersiedlung von Bauern aus dem Truppenübungsplatzgelände nach Berschweiler

  • 1940-45 Französische Kriegsgefangene helfen in der Landwirtschaft Lt. Christel und Papa durften die französischen Soldaten nicht gemeinsam mit den Familien speisen. Sie mussten an einem Extra-Tisch sitzen. Wehe, man wurde von den Wachmännern erwischt, wenn sie doch am Familientisch saßen. Oma (Ida) backte sonntäglich Hefekuchen, den Christel immer in den „Rodes“ brachte, wo hinter vergitterten Fenstern (Edith Heydt hat davon noch ein Foto: vergitterte Fenster und dahinter war der Raum, wo das Getreide geputzt wurde) die Kriegsgefangenen saßen und abends immer zum Schlafen gebracht wurden. Einer unserer Franzosen hieß Peter und war ganz verrückt mit dem kleinen Edgar. Ab und zu erhielt er Päckchen aus der Heimat. So schenkte er einmal eine Walnuss dem kleinen Edgar, dem beim Öffnen ein Zettel in die Hand fiel, den er seiner Mama Ida übergab. Heute noch denkt Papa an den Zettel. Wahrscheinlich war es ein Fluchtplan für Peter, den dieser leider nie erhalten hat. Peter fühlte sich lt. Christel immer wohl in unserem Hause, leider haben sie jedoch nach dem Kriege nie wieder von ihm gehört. „Zucke Ilse“ (Ilse Krüger) hat noch heute Kontakt zu ihrem Franzosen, die ganze Familie hat sie schon oft eingeladen und besucht.

  • 1943 Versuch einer Wiederaufnahme der Kupfererzförderung

  • 1947 die erste Berschweiler Kerb findet statt

  • 1950 die Schule wird umgebaut

  • 1952 die Kanalisation wird im Unterdorf angelegt, Traktoren werden Mode

  • 1954 wird der Schulhof angelegt, Schutt von den Halden in der Harz wird abgefahren für den Bau des Lagers Nahbollenbach (US-Depot)

  • 1955 Bau der elektrischen Freileitung, unter Hochdruck wird in den Steinbrüchen gearbeitet.

  • 1956 wird das neue Denkmal vor der Kirche eingeweiht. Der Plan eines Panzerübungsplatzes bedroht die Existenz v. Berschweiler. Lt. Papa gab es hier eine Dorf-Abstimmung. Mehrheitlich wurde dagegen gestimmt. Die Straße nach Bergen wird endlich ausgebaut (bis 1957).

  • 1957 verändert die Landzusammenlegung das Gesicht der gesamten Gemarkung. Ein neuer Steinbruch wird auf der Strecke Bergen-Kirn angefangen. Der Wassernacher Weiher verschwindet, die Eiche am Kelterschuppen wird gepflanzt ???, der alte Dreschmaschinenschuppen wird umgebaut, der alte Schuppen brennt ab, die zweite Dreschmaschine der Konkurrenzgesellschaft wird bei Arnolds untergebracht. Die Gemeinde-waschanlage wird eingerichtet (Hildegard Becker hat in der Gemeindewaschanlage gearbeitet. Es gab zwei große Waschmaschinen, die Familien-Wäsche wurde in Netze gefüllt und gekennzeichnet und je nach Wunsch gewaschen, getrocknet und gemangelt. Die Wäscherei, die im jetzigen „Rodes“ untergebracht war, war stets gut besucht und fand großen Anklang)

  • In diesem Jahr kommt der erste Fernseher ins Dorf. Ein neuer Stierstall wird gebaut. Das erste Auto gab es (lt. Papa) schon vorher, auch wenn Lehrer Jung dieses Ereignis auf 1957 datiert.

  • 1958 Gründung des Sportvereins, ein Sportplatz wird angelegt.

  • 1959 der alte Dreschmaschinenschuppen (Stumms ihr Schuppe!) brennt ab.

  • 1960 Umbau der Griebelschieder Schule

  • Zur Zeit plant man einen Fahrradweg der vom Staufenberg kommend die Gemeinden auf dem Höhenzug verbinden soll.

STAUFENBERG

Lage

Staufenberg lag südöstlich von Berschweiler in der Senke vorm Staufenbergs Kopf.

Art und Größe

Bei dem Ort handelte es sich um eine Gruppensiedlung. 1515 standen dort 5 Häuser, 1630 wurden 12 Familiennamen genannt.

Kennzeichen im Gelände

Im und um den Flurbezirk „Am Dorfplatz“, der nördlich vom Staufenbergs Kopf liegt, sind mehrere Stellen auszumachen, wo Bewuchs, Steinfunde, Geländeform auf ehemalige menschliche Ansiedlungen schließen lassen.

Unterhalb einer Felskuppe befindet sich hier eine Quelle, die auf den ehemaligen Dorfbrunnen hinweisen könnte. Es wird vermutet, dass die Gehöfte und Häuser um den Staufenbergs Kopf lagen, die meisten großflächig verteilt zwischen diesem und dem Wassenacher Friedhof. Auch Gebäudespuren in den Bezirken der “Auwies“ und „Uhlendell“ wurden gefunden. 1982 wurde auch hier ein Gedenkstein durch die VGV Herrstein am Flurbezirk „Am Dorfplatz“ aufgestellt.

Man nennt das Dorf-Aussterben auch die Zeit des Wüstfallens.

Inschrift:

In diesem Bereich lag früher der Ort

STAUFENBERG

Er wurde 1404 erstmals urkundlich erwähnt.

Um 1469 war er zeitweise nicht besiedelt, wurde

jedoch 1515 wieder im Besitz von Johann VII

von Kyrburg genannt. In den Jahren nach 1567

kam es mit den Nachbargemeinden zu Streitig-

keiten wegen des Weidegangs. 1595 war Stau-

fenberg im Besitz von Johann I zu Zweibrücken.

1630 existierten 12 Familiennamen im Ort, der

aus 20 Häusern bestand. Seine Einwohner

arbeiteten grösstenteils in den naheliegenden

Bergwerken. 1635 wurde Staufenberg von

der Pest heimgesucht, verlassen und nicht

mehr aufgebaut 1684 wurde die Gemar-

kung zwischen Bergen und

Berschweiler aufgeteilt.

Flurnamen

Am Dorfplatz, Staufenbergs Kopf, unter Staufenbergs Kopf, hinter Staufenbergs Kopf, hinter Staufenbergs Höh, hinter der Grub

Schreibweisen

Stauffenberg und Staufenbach

Geschichte

Erste Erwähnung findet Staufenberg 1404. Staufenberg gehörte zum wild- und rheingräflichen Gerichtsbezirk Bergen.

Man geht davon aus, dass der Ort während des 15.Jhd. zeitweise nicht bewohnt war.

Aber 1515 gab es nachweislich – wie eben schon erwähnt – 5 „Hausgesesse“.

Bei der Teilung der Wild- und Rheingrafschaft wurde Staufenberg dem Grafen Johann VII von Kyrburg zugesprochen, genau – wie auch schon eben erwähnt – Berschweiler.

Staufenberg entrichtete je 1 Malter und 2 Simmer Korn und Hafer und mit Bergen und Berschweiler zusammen 13 Fastnachtshühner an die Wild- und Rheingrafen.

1 Simmer = 25 Pfund

1567 und 1578 haben Berschweiler und Staufenberger einerseits und Bergen andererseits Streit wegen der „Grummetatzung und des Weidegangs“. Dieser Streit, der sich auch nachdem Staufenberg schon untergegangen war, ausweitete, dauerte bis zur endgültigen Regelung im Jahre 1715 fast noch 150 Jahre an.

Staufenberg lag innerhalb der Kirner Marktmeile und musste 1579 zwei Simmer Zollhafer an die Herren von Steinkallenfels zahlen.

  • 1627 hält sich ein Mann aus Staufenberg nachweislich wegen der großen Unsicherheit in Herrstein auf, genannt Peter Heeg.

  • In einem Verzeichnis der Staufenberger Familien werden 1630 noch 12 Namen genannt: z.B. Jakob Brunk, welcher „den Schöffenstuhl 28 Jahr besessen“.

  • Anfang Juni 1635 flüchten die Bewohner von Berschweiler und wahrscheinlich auch die von Staufenberg vor plündernden Soldaten in die Fischbacher Gruben. In diesem Jahr wird der Ort auch von der Pest heimgesucht und wahrscheinlich endgültig von den überlebenden Einwohnern verlassen, als Wohnstätte verlassen. Danach wird die Ortschaft nie wieder aufgebaut im Unterschied zu den meisten anderen im 30-jährigen Krieg entvölkerten Ortschaften wie z. B. Enzweiler, Nockenthal oder Brücken.

  • 1637 stirbt in Kirn Hans Peter Hegens Witwe Kunigunde aus Staufenberg (Herrstein-Flüchtlinge)

  • 1634 wird der angeblich letzte Einwohner Staufenbergs Georg Jung, auf dem Wassenacher Friedhof begraben. Der größte Teil der Staufenberger Bewohner dürfte durch Hunger und Krankheiten umgekommen sein. Die Überlebenden haben sich in den Nachbargemeinden niedergelassen.

  • Im Jahre 1670 richten vier Einwohner von Berschweiler eine Bittschrift an ihren Landesherrn Johann von Kyrburg und bitten ihre geerbten oder gekauften Güter in Staufenberg „allwo die Gebäu in dem Kriegswesen vorlängst verfallen von Berschweiler aus bewirtschaften zu dürfen.

  • Am 13.8.1672 klagt Berschweiler gegen Bergen wegen des Weidegangs.

  • Ein Kyrburger Amtsentscheid v. 29.4.1681 erlaubt den beiden Gemeinden Berschweiler und Staufenberg die Staufenberger Gemarkung gemeinsam als Weidegelände zu nutzen mit Ausnahme der Wiesen im Dorf, die deren Eigentümern vorbehalten seien.

  • In einer Verordnung vom 4.3.1684 verfügt der Wild und Rheingraf Johann von Kyrburg bis auf Widerruf, dass Bergen und Berschweiler die Staufenberger Gemarkung in zwei gleich große Hälften aufzuteilen haben und den jeweils bei ihrem Dorf liegenden Teil für sich nutzen sollen. Den dafür an die Herrschaft zu entrichteten Zins leget der Graf auf je 1 Malter Korn und Hafer fest.

  • 1700 setzt man Grenzsteine, nachdem die Staufenberger Gemarkung zwischen Bergen und Berschweiler aufgeteilt wurde.

  • Auch Streitigkeiten zum „Ausland“ wurden über lange Jahre hin diskutiert.

1715 Bergen und Berschweiler vergleichen sich wegen der Nutzungen der Weiden und des „ungemessenen Auslandes“ von Staufenberg. Ausland hieß Weide- und Ödland, dass nach einer Ruhezeit von 10-12 Jahren als Ackerland genutzt wird. Dazu trennt man den Bewuchs ab, trocknet und verbrennt ihn und streut neues Saatgut in die als Dünger dienende Asche. Nach der Ernte bleibt das Land wieder mehrere Jahre unbebaut (Brachland).

SAGE: Von der Wildfrau zu Staufenberg

Am Fuße des kegelförmigen Staufenberges lag das blühende Dorf Staufenberg, das im 30jährigen Kriege unterging. Eine Wiesenflur am Fuße des Berges führt noch den Namen „in den Dorfgärten“.

Kriegsvölker suchten es heim. Manche Bewohner flohen 1627 vor den Cratzschen Reitern, die eine schwere Plage für den Ort waren, so die Familie des Peter Heeg, die hinter den Mauern von Herrstein Schutz suchte.

Durch die Kriegsvölker wurde auch die Pest in Staufenberg eingeschleppt und die Leute starben wie die Fliegen.

Zuletzt blieb nur noch eine Frau am Leben, die die Toten nicht einmal begraben konnte. Durch die schrecklichen Erlebnisse wurde sie wahnsinnig. Sie verließ das Dorf und wohnte ganz einsam in einer Höhle zwischen Staufenberg und Fischbach. In Wald und Feld suchte sie Wurzeln, Beeren und andere Nahrung, womit sie ihr Leben fristete und wurde nur selten von Menschen gesehen.

Bald erzählte man von ihr als der Wildfrau in den umliegenden Dörfern. Jahrelang trieb sie ihr Wesen.

Endlich nahm sich die benachbarte Gemeinde Berschweiler ihrer an und brachte sie ins Dorf, wo sie auf Kosten der Gemeinde verpflegt wurde, bis sie nach Jahren starb.

Nun stellten die Rechtsgelehrten fest, dass sie als letzte Überlebende auch die Erbin der ganzen Dorfgemarkung von Staufenberg sei und dass diese große Erbschaft an Berschweiler fallen müsse, auf dessen Kosten sie verpflegt worden war. So kam die Gemarkung des ausgestorbenen Dorfes an Berschweiler, während Fischbach, das nicht weiter von Staufenberg entfernt ist als Berschweiler, leer ausging.

Noch heute beklagt man in Fischbach, dass die Vorfahren durch ihre Hartherzigkeit die reiche Erbschaft verscherzt hatten.

Das Wildfrauenloch liegt übrigens zwischen Fischbach und Staufenberg.

WASSERNACH

Lage

Wassernach lag in der Nähe des Wassernacher Friedhofs an der Straße zwischen Bergen und Berschweiler. Die Kirche stand mitten auf dem Friedhof. Es wird vermutet, dass der Ort selbst unterhalb/südlich der Kirche lag.

Art und Größe

Bei dem Ort handelte es sich um eine Gruppensiedlung mit einigen wenigen Gehöften und der Wohnung des Pfarrgeistlichen.

Kennzeichen im Gelände

Nur der Friedhof – heute noch gemeinschaftliche Begräbnisstätte der Dörfer Bergen und Berschweiler – weist noch auf den Standort der Siedlung Wassernach hin. Seit 1982 erinnert ein Gedenkstein an die ehemalige Ortschaft und deren Kirche.

Inschrift: In diesem Bereich lag früher der Ort

WASSENACH

Er wurde erstmals 1283 urkundlich erwähnt.

Bodenfunde lassen vermuten, dass er schon in

der Steinzeit bewohnt war. Der Ort lag an der

Gabelung zweier Römerstrassen und war deshalb

sehr belebt, bis 1375 teilten sich Wildgraf

Emrich von Kyrburg und Gottfried von Dhaun

die Güter. Dann erhielt Friedrich von Kyrburg

Wassenach und 1418 wurde es Sponheimisches

Lehen. Auf diese Weise kam es zum Amt Herrstein.

Es wurde wahrscheinlich noch vor dem 30-

jährigen Krieg wüst. Die Kirche wurde noch bis

zu ihrem Abriss 1865 benutzt. Und Teile ihres

Mauerwerks und Bänke beim Bau der Kirche in

Berschweiler wieder verwandt.

Die Kirche lag in der Friedhofsmitte (nach einer Skizze von 1841), die Kirche des Bergener Gerichts- und Pfarrbezirks und Mutterkirche der Kirche zu Bergen und der Kapellen zu Berschweiler und Griebelschied. Die zur Kirche gehörige Siedlung lag unterhalb derselben.

Flurnamen

Wenn man die Flurkarte betrachtet, findet man die Bezeichnung „Wassernacher Weiherwies“ auf der Berschweiler Gemarkung.

Schreibweisen

Wassernach ist die heutige Bezeichnung. In alten Unterlagen findet man jedoch auch ganz andere Schreibweisen wie: Westernart (1283 und 1485), Westernawe, Westernach (1375), Westernhardt (1404), Westernau (1423)und Westernauwe (1372 und 1463).

Bei diesen Schreibweisen handelt es sich um Zurechtmachungen der (wohl meist fremden, geistlichen) Schreiber. Das Bestimmungswort Western dürften sie herausgehört oder hineingelegt haben, indem sie an ihnen bekannte Orte wie Oster- und Westerburg dachten, die Grundformen An und Hard, von der sinnlosen Art ganz abgesehen, setzten größeres Wasser oder Wald voraus, woran es auf der Höhenfläche fehlt. Es findet sich sogar die Vermutung, dass Wassenach aus römischem „Vassiniacum“ abgeleitet wurde, somit einer römischen Siedlung zuzuordnen sei. Auf der Gemarkung von Bergen muss auch Ebenhow oder Ebbenhoge, der älteste Amtssitz des Gerichts Bergen, gelegen haben, an dessen Stelle seit Ende des 14.Jhd. Bergen selbst erscheint. Name und Siedlung sind spurlos verschwunden.

Man dürfte aber nicht irren, wenn man Hof und Bezirk von Ebenhöh zwischen Bergen und dem Galgenberge sucht, da in diesem Falle Gerichtssitz und Gerichtsstätte in unmittelbarer Nachbarschaft lagen. Dem Galgenberg südwärts gegenüber liegt der Flurbezirk „Im Hofrech auf der Höh“ näher dem Galgenberg „Der Wiesenhof“ und westnördlich bzw. nordöstlich davon „Hofeck“ und „Füllscheuer“. Das Ganze ist ein großer Bezirk gewesen, würdig eines Amts- und Gerichtsherrn.

Östlich von Hof Ebenhöhe lag Hof Ellenbach, dessen Erinnerung durch die Flurnamen „In Erlenbachs Stäbel“ und „In Erlenbach“ festgehalten wird. Im Flurbezirk „Hinlingen“ haben wir eine frühdeutsche Siedlung als Bindeglied zwischen dem römischen Vicus und dem deutschen Wassenach-Bergen angenommen. Eine alte Siedlung auch in dem südlich vom Stauffenbergskopf gelegenen Bezirk „Weilersborn“ anzunehmen, liegt ebenfalls nahe, um so mehr, als nicht nur der Name Weiler darauf hinweist, sondern daselbst auf der Westseite der alten Straße Siedlungsspuren sichtbar sind und zwischen hier und dem Stauffenbergskopf auch römische Funde gemacht worden sind“

Aus der gleichen Publikation wie oben gibt es noch folgende Schilderung zu Wassenach im Abschnitt „Bergen“: „Die Bergener Höhe ist, wenigstens im Bereich des uralten Verkehrs- und Völkerweges Mittelmosel-Nahe-Glan, der die Höhe von Nordwesten nach Südosten durchzog, schon im 3.Jahrtausend vor Christus und vielleicht schon in der Steinzeit besiedelt gewesen (Steinzeit: älteste und längste Periode der Menschheitsgeschichte, 2MillionenJahre, Paläolithikum, Mesolithikum, Neolithikum)

Im Bergener Flurbezirk „Im Wald“ (fl.31) sind in den 1860er Jahren mehrfach jungsteinzeitliche Steinbeilchen gefunden worden, nördlich davon in der Fahrheck (fl.32) Pfeilspitzen und südlich vom Wassenacher Friedhof im Bezirk Heiligenhübel (fl. 21) Schwerter der Broncezeit. (Broncezeit: Kulturperiode zw. Ende 3. und Anfang 1.JT. v. Chr., in der Bronce das wichtigste Rohmaterial v.a. für Schmuckgegenstände und Waffen war).

Auch sind in der Fahrheck und in der nördlich anstoßenden Ochsenhecke (fl 31) mehrere Hügelgräber geöffnet worden, die dem 1.vorchristlichen Jahrtausend, der Hallstadt- und Latene-Zeit angehören. Am stattlichsten ist die römische Zeit vertreten mit Resten des römischen Straßenkörpers, unzweifelhaften Spuren einer größeren römischen Niederlassung, deren Name sich in dem nahen Wassenach (Vassiniacum) ähnlich wie der Name des römischen Kirchberg an der Ausoniusstraße DUMNISSUS im nahen Denzen, erhalten haben könnte.

Dieser unverkennbare Vicus (Vicus bedeutete a)Dorf, b ) Gehöft, Bauernhof, c) Stadtviertel, d) Strasse, Gasse) lag im Perchwald (Fl 31), sein Friedhof in „Im Wald“ (fl31). Aber die römischen Spuren setzen sich beiderseits der Straße entlang südwärts noch weiter über Wassenach hinaus fort in den Bezirken Hirtenwiese (fl31), Hinlingen (fl28) bei Wassenach und auf der Winn beim Stäbel (fl20). Der Vicus lag in einer Gabelung der Römerstrasse. An seiner Nordseite zweigte von der von Heuchelheim herkommenden und südwärts in der Richtung auf die „Glasburg (zwischen Fischbach und Kirnsulzbach auf dem 352m hohen Bremerberg entstand in der jüngeren Hünsrück-Eifel-Kultur (ca. 450-250v. Chr.) eine keltische Fluchtburg, die noch in Resten erkennbare Ringmauer in Pfostenschlitzbauweise errichtet, enthält größere Mengen Steinschlacken aus verschmolzenem Melaphyr. Unter großer Hitzeeinwirkung (Blitzschlag, Feuerlegung) entstand eine glasartige Konsistenz, deren Fund vermutlich zur Bezeichnung „Glasburg“ führte) bei Kirnsulzbach weiter ziehenden alten Verkehrsstraßen römische durch das heutige Bergen nach Kirn ziehende Straße ab, in deren Bereich ebenfalls römische Funde gemacht worden sind: Bau- und Skulpturreste und Grabinhalt.

So in den Flurbezirken Kraupen (fl7), Am Eichertsbaum (fl9), in Erlenbach (fl4) und besonders am Limberg (fl13, wo gut erhaltenes Pferdgeschirr aus Bronze gefunden wurde. Der Bergener Gemarkungsteil von Wassenach bis zum Perchwald ist demnach wahrscheinlich schon von der jüngsten Steinzeit an bis zum Ausgang
der römischen Herrschaft besiedelt gewesen.

Anscheinend haben aber schon in der Zeit der Völkerwanderung Deutsche beim zerstörten Vicus Fuß gefasst. In dem Flurnamen Hinlingen bei Wassenach könnte nämlich der allemannische Name der einstigen keltoromanischen Siedelung stecken. Es hätte sich dann südlich vom Vicus näher einem Bache, die Sippe eines deutschen Himilo oder Hunilo niedergelassen.

Wenn nun die Zurückführung des Namens Wassenach auf Vassiniacum als den Namen des Vicus richtig ist, dürfte die Kirche, die doch wohl schon zu den Zeiten der Wendelinus und Disibodus daselbst entstanden ist, den älteren, mehr örtlich gefestigten Namen gegenüber dem jüngeren Hinlingen durchgesetzt haben.“ Soweit das Zitat des Prof Dr.H. Baldes.

Außerdem fand ich das Thema Wassenach noch mal im gleichen Artikel unter „Griebelschied“ behandelt: „Das deutsche Griebelschied gehörte stets zum Gericht und Kirchspiel Wassenach-Bergen und teilte deren Geschicke bis zum Aufgehen in der oldenburgischen Bürgermeisterei Herrstein. Urkundlich wird es erstmals 1279 erwähnt. Damals wohnten in der Gerichtsbarkeit von Grubelscheit Leute des Grafen von Sponheim und des Ritters Ruther von Herrstein, deren Verpflichtungen gegen die Wildgrafen geregelt wurden. In der Teilungsurkunde von 1404 und 1418 heißt es Grobel- bzw. Grubelscheit. 1484 und 1486 sollen daselbst Güterauflassungen stattgefunden haben.

Nach dem Weistum von 1549 hatten die von Grubelschiedt „die Knibel“ zum Galgen zu liefern.

Eine Griebelschieder Kapelle gab es schon sehr früh. Die Ortsbewohner beanspruchten für sie 1/3 des kleinen Zehnten. Aber 1372 sprachen die Richter des Mainzer Bischofstuhls das 1/3 dem Priester der Mutterkirche zu Westernawe zu.

1423 verordnete Erzbischof Konrad, dass in der Kapelle unbeschadet ihres Filialverhältnisses zu Westernau getauft werden dürfe. 1463 urteilten die Richter der Mainzer Domprobstei, dass der Pfarrer zu Westernawe jeden Sonntag und dreimal wochentags daselbst zu halten habe. Die Kapelle war dem Wendelinus geweiht. Noch anfangs des 19.Jahrhunderts stand darin nach schriftlicher Überlieferung ein geschnitzten Holzbild des Wendelinus. Dazu gehörte der „Wendelinushorst“, ein jetzt noch etwa 30 Morgen großes Wittumsland, über dessen Zugehörigkeit nach dem 30-jährigen Kriege ein Streit entbrannte. Morgen: altes dt. Feldmaß, landschaftlich verschieden zwischen 0,255 und 0,388ha, häufig 0,25ha = 2500m² (100x25m). Ursprünglich Land, das ein Gespann an einem Morgen pflügen kann. Wild- und Rheingraf Friedrich von Kyrburg wies die klagende Gemeinde ab und dem Pfarrer von Wassenach-Bergen den Hort als Besoldung zu. Auch ein während der Franzosenzeit angestrengter Prozess verschaffte der Gemeinde nicht den Besitz des Hortes, dessen Ertrag noch heute dem Pfarrer von Bergen zusteht. Die neue Kapelle ist nach dem Abbruche der Mutterkirche zu Wassenach 1866 erbaut worden.“

Auf meiner weiteren Suche, u.a. auch im Stadtarchiv der Stadt Idar-Oberstein, konnte mir der leitende Mitarbeiter Herr Manfred Rauscher den aufschlussreichen Bericht zukommen lassen:

Die Wassenacher Kirche auf der Bergener Höhe und ihr Untergang“ von Dr. Karl Hahn, Idar-Oberstein, erschienen im Heimatkalender des Landkreis Birkenfeld 1959.

Jeder Freund unserer engeren Heimat kennt die Heiligenböscher Kirche bei Leisel, wie sie von einsamer Höhe, umgeben von dem Gottesacker weit in die Lande sieht. Doch nur noch wenige wissen, dass auch im unteren Teil des Birkenfelder Ländchens eine ebenso einsam liegende Kirche auf der Bergener Höhe noch bis vor 93 Jahren gestanden hat. Es war die Kirche der drei Dörfer Bergen, Berschweiler und Griebelschied. Sie stand mitten in den Feldern einsam auf halbem Wege zwischen Bergen und Berschweiler. Der sie umgebende Friedhof besteht heute noch als gemeinsamer Beerdigungsplatz der beiden Dörfer.

Von alters her bildeten die Dörfer der Bergener Höhe eine Pfarrei oder Kirchspiel. Das im 30-jährigen Kriege untergegangene Dorf Staufenberg gehörte als viertes noch dazu. Die gemeinsame Kirche war zu Wassenacht. Wohl hatte Griebelschied schon jetzt sein jetziges kleines Kirchlein, aber die allsonntäglichen Gottesdienste fanden in der Kirchspielskirche zu Wassenacht statt. Jeden Sonn- und Feiertag kamen die Bauern mit Frau und Kind zahlreich aus Bergen, Berschweiler und Griebelschied in ihrem altehrwürdigen Gotteshaus zusammen. Im Sommer saßen sie schon vor Beginn der Andacht auf der Holzbank vor der Kirche und tauschten die Neuigkeiten aus ihren Dörfern aus. Andere besuchten die Gräber ihrer Angehörigen, die auf dem Friedhof bei der Kirche beerdigt waren.

Auch im Winter bei tiefem Schnee war der Besuch der Kirche gleich gut und regelmäßig. Es war zum Bedürfnis der Bewohner der Bergener Höhe geworden, sich sonntags zu „Wassenacht“ zu treffen. Die Einigkeit der drei Dörfer hatte sich auch im Laufe der Jahrhunderte in zahlreichen verwandtschaftlichen Beziehungen bekundet.

Wassenacht soll früher selbst eine kleine Bauernsiedlung gewesen sein, jedoch nicht länger als bis ins 15.Jahrhundert bestanden haben. In den Urkunden wird es als Westernach bezeichnet, wegen seiner Lage nach Westen hin, von der Kyrburg aus gedacht. Staufenberg wird 1643 zum letzten Mal im Kirchenbuch erwähnt.

Die alte Wassenachter Kirche soll schon, wie auch die Heiligenböscher Kirche, die Kirche in Nohen und die Felsenkirche in Oberstein im 15.Jahrhundert erbaut worden sein. Sie war in gotischem Stil, mit Spitzbogenfenstern und mächtigen Strebepfeilern errichtet. Das Kirchenschiff erstreckte sich von Westen nach Osten, an der Westseite lag der viereckige, fensterlose Kirchtum. Auf der Nordseite der Kirche, unmittelbar an den Turm angelehnt, war ein Strebepfeiler so weit hinausgebaut, dass er eine schiefe Ebene bildete, auf der Buben hinaufklettern konnten, bis zu den Schalluken des Glockenstuhls. Der Turm war nur vom Kirchenschiff aus zugänglich.

Der Eingang in die Kirche lag auf der Südseite und hatte ein Vordach mit der Inschrift „Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst und komme, dass du hörest“. Eine breite Holztreppe führte hier von außen auf die Empore de Kirche. Süd- und Nordseite hatten je zwei Spitzbogenfenster.

Der nach Osten liegende Chor hatte drei Fenster. In der zwischen dem Turm und dem großen Strebepfeiler der Nordseite gebildeten Nische war ein kleines Dach angebracht, unter dem die Totenbahre aufbewahrt wurde. Das Innere der Kirche war puritanisch einfach. Die Wände waren weiß getüncht und mit grünen, senkrecht verlaufenden Streifen verziert. Gleich rechts vom Eingang war in der Kirche ein Lattenverschlag für die Familie des Pfarrers. Zwei Reihen Bänke liefen durch das Kirchenschiff. In dem halbrunden Chor an der Ostseite waren Bänke für die Kirchenältesten und die Schulkinder, die Kanzel stand auf der Südseite neben dem Chor. Von der Nordseite des Chors führt eine Treppe mit geschnitztem Geländer von der Empore vor den Altar. Es waren zwei Emporen übereinander, die durch zwei Treppen miteinander verbunden waren. Bei der Abendmahlsfeier kamen die Kirchenbesucher von den Emporen auf der erwähnten Treppe zum Altar herab zum Empfang des Sakramentes. Ein Grundriß der Kirche, der früher in der Kirche selbst hinter Glas und Rahmen hing, befindet sich jetzt im Museum Birkenfeld.

Wie kam es nun, dass diese idyllisch gelegene, einsame Kirche, die mit ihren mächtigen Quadern, wie für die Ewigkeit erbaut schien, nicht mehr besteht. Weshalb wurde das friedlich einmütige Leben der drei Dörfer auf der Bergener Höhe für ein halbes Jahrhundert ernstlich getrübt? Das kam durch den „Kirchenstreit“, der zwischen Bergen und Berschweiler in den Jahren 1862-67 ausgefochten wurde.

Der Pfarrer des Kirchspiels hatte schon immer in Bergen, als dem größten der drei Dörfer seinen Wohnsitz gehabt. Im Jahre 1860 kamen der damalige Pfarrer Flick und die Bergener Bauern auf den Gedanken, sich in dem Dorf Bergen eine eigene Kirche zu bauen. In großem Ausmaß und mit mächtig hohem, spitzen Turm wurde auch der Plan 1862 ausgeführt. Alle drei Gemeinden des Kirchspiels sollten die Baukosten der Bergener Kirche gemeinsam bezahlen, obwohl vor Baubeginn davon nie die Rede gewesen war. Flick begründete seine Ansprüche damit, dass in Bergen vor undenklichen Zeiten einmal eine Kapelle gestanden hätte.

Die Bauern in Berschweiler und Griebelschied erblickten in der Zumutung der Beisteuer zur neuen Bergener Kirche eine Vergewaltigung, eine Verhöhnung ihrer alten Rechte und eine Entwürdigung ihrer Kirche zu Wassenacht. Wohl muß die Wassenachter Kirche reparaturbedürftig gewesen sein, denn es liegen Bittgesuche von 1861 und 1862 vor, worin die Reparatur der Wassenachter Kirche und des Friedhofs untertänigst von dem Großherzoglich Oldenburgischen Kosistorium erbeten wurde, und worin ausdrücklich die Wassenachter Kirche als Mutter- und Hauptkirche bezeichnet wird. Doch Beschwerden gegen die Zahlungszumutungen nach Bergen fanden in Birkenfeld taube Ohren. Pfarrer Flick und die Berger Bauern behielten Recht. Die neue Kirche in Bergen wurde als „Kirchspielskirche“ sanktioniert (subventioniert?) und die Bauern zu Berschweiler wurden verurteilt, ihren Beitrag nach Bergen zu bezahlen.

Da kam es zum offenen Streit zwischen Bergen und Berschweiler, deren Einwohner Jahrhunderte so friedlich zusammen gelebt hatten, wie sie auch im Tode auf dem gemeinsamen Friedhof in bunter Reihe ruhen. Die Kirchenbaugelder, zu denen die Einwohner in Berschweiler verurteilt waren (Griebelschied hatte sich inzwischen gütlich geeinigt) sollten gewaltsam beigetrieben werden. Gerichtsvollzieher Knipper, Oberstein, hatte einen schweren Stand. Er kam mit seinen Vollstreckungsbefehlen vor verrammelte Tore und Türen. Wo er schließlich Eingang fand, wurde er auf die ungemütlichste Art empfangen. Seine Papiere wurden weggestoßen und er selbst sehr deutlich zum Verlassen der Häuser veranlasst. Es kam zu handgreiflichem Widerstand gegen die „Staatsgewalt“. Es half aber alles nichts, die Bauern mußten bezahlen.

Die Feindschaft zwischen Bergen und Berschweiler erreichte ihren Höhepunkt. Die Wassenachter Kirche lag verödet. Ein Antrag der Gemeinde Berschweiler auf Versetzung des Pfarrers, dem man den größten Teil der Schuld an dem Streit zuschob, bleib wirkungslos. Wenn der Pfarrer zu dem Pflichtgottesdienst in der Wassenachter Kirche erschien, musste er mangels irgendwelcher Zuhörer wieder umkehren. Selbst bei einer angekündigten Abendmahlsfeier 1864 waren nur zwei alte Frauen anwesend. Die kleinen Kinder blieben ungetauft.

Die Verbitterung und das gekränkte Rechtsgefühl der Bauern in Berschweiler hatte so tief Wurzeln gefangen, dass man den Plan erwog, aus dem Verband der Landeskirche auszutreten. Unter Führung des damaligen Schöffen Karl Hahn wurde am 6.März 1864 ein Schriftstück verfasst, das mit 48 Unterschriften aus 38 Bauernhöfen dahin lautete: „die Gemeinde Berschweiler kann und will den evangelischen Pfarrer von Bergen nicht länger als ihren Religionslehrer betrachten. Die Gemeinde Berschweiler will sich eine freie Verfassung geben. Sie erklärt, dass sie ihre Religion nicht ändert oder ihren Glauben verlässt. Sie will nur eine zeitgemäße Verbesserung und selbständige Verwaltung, wobei ihre Rechte gewahrt bleiben.“

In dieser Zeit hatte ein freireligiöser Prediger und Gründer vieler freireligiöser Gemeinden in unserer Gegend, Johannes Ronge in Frankfurt, von sich reden gemacht. Hatte er es doch als katholischer Priester gewagt, in einem offenen Brief an den Bischof Arnoldi in Trier, dessen Ausstellung des „Heiligen Rockes“, die damals erstmalig stattfand, scharf zu kritisieren, „Christus hat uns seinen Geist und nicht seinen Rock hinterlassen“. Ronge ließ in Frankfurt eine Zeitung erscheinen mit dem Kopf „Wir sind Söhne eines Volkes und wollen Brüder sein einer freien Kirche Deutschlands“.

Auch in dem kleinen Berschweiler war man auf diesen Johannes Ronge aufmerksam geworden und nachdem man sich von der Landeskirche losgesagt hatte, wandte sich der Schöffe an Ronge mit der Bitte um Rat und Hilfe zur Errichtung einer freireligiösen Kirchengemeindeverfassung. Als Antwort existiert noch ein von Ronge eigenhändig geschriebener Brief vom 12.3.1864, worin er sich bereit erklärt, unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen einen Prediger und Lehrer nach Berschweiler zu entsenden. Und sogar noch einige „Mittel“ stellt er in Aussicht. Die zu erwartenden Kämpfe sagte er der Gemeinde voraus, doch möchten den „Brüdern“ in Berschweiler der Apostel und die ersten Christengemeinden als Vorbilder voranleuchten.

Wohl hat die Gemeinde Berschweiler versucht, auf dem von ihr einmal beschrittenen Wege weiter zu gehen und eine freie Kirchengemeinde zu bilden, doch es ist nie zur Anstellung eines Pfarrers, der auch gleichzeitig Schulmeister sein sollte, gekommen. Ronge sandte mehrfach Prediger aus Frankfurt nach Berschweiler, wovon der Name Hospe noch festzustellen ist. Auch hat von der freireligiösen Gemeinde Oberstein Herr Drey mehrmals in Berschweiler gesprochen. Doch der Widerstand der Birkenfelder Regierung war zu groß.

Die Behörden bemühten sich, die abtrünnige Gemeinde wieder in den Schoß der Kirche zurückzuführen. Die Frauen des Dorfes wünschten auch auf die Dauer keinen Streit. So kam man schließlich auf den Gedanken, den Kirchenstreit dadurch zu schlichten, dass in dem Dorfe Berschweiler selbst eine Kirche erbaut werden sollte, vielmehr sollte die Kirche in Wassenacht, das Streitobjekt, abgebrochen und in Berschweiler wieder errichtet werden. 1865 wird eine Vereinbarung über die Teilung des Vermögens des Kirchspiels Bergen-Berschweiler-Griebelschied getroffen: Die Kirche in Bergen soll in das Eigentum der Gemeinde Bergen übergehen, die Wassenachter Kirche der Gemeinde Berschweiler gehören.

Bauunternehmer Benkelberg, Kirn, der nach dem Bau der Rhein-Nahebahn sich in Kirn selbständig gemachte hatte, legte Plan und Kostenanschlag zum Neubau einer Kirche in Berschweiler unter Verwendung der durch Abbruch der alten Wassenachter Kirche gewonnenen Materialien vor. 1866 wurde der Grundstein der Kirche in Berschweiler gelegt und darin ein zugelöteter Blechkasten eingemauert, mit einer Urkunde, in welcher auch des Ausbruchs des Preußisch-Österreichischen Krieges Erwähnung getan ist.

Die Finanzierung des Kirchenbaues Berschweiler wurde durch Abholzung des Eichenhochwaldes, der auf dem Wege nach Griebelschied lag, gesichert. In diesem Wald hat damals noch der Wiedehopf genistet. Bei der Rodung des abgetriebenen Waldes fand man einen Friedhof aus der Römerzeit.

1867, nach Einweihung der Berschweiler Kirche trat folgende Gottesdienstordnung in Kraft: Der Pfarrer hält jeden Sonntag in Bergen Gottesdienst, jeden zweiten Sonntag in Berschweiler, außerdem am ersten Weihnachtstag, am Karfreitag, an zweiten Ostertag und am ersten Pfingsttag. Die einzige Gemeinsamkeit der zwei Dörfer sollte noch darin bestehen, dass die Konfirmation in der Kirche zu Bergen stattfindet. Doch auch bei diesen Konfirmationsgottesdiensten, zu denen aus allen drei Dörfern Kirchenbesucher kommen, wird die Bergener Kirche, da sie viel zu groß angelegt ist, nie ausgefüllt. Dieser Umstand führte dazu, dass vor einigen Jahren etwa ein Drittel des Kirchenschiffes durch eine senkrechte Mauer abgetrennt und zum Gemeindesaal ausgebaut wurde.

Die Stelle, auf der die alte Wassenachter Kirche stand, ist als Friedhof verwendet worden.

Die beiden Glocken der alten Kirche sind in die Berschweiler Kirche überführt worden. Leider wurde die größte von ihnen im zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Die Inschrift auf der einzigsten, jetzt noch vorhandenen, Glocke lässt ihren Guß auf das Jahr 1500 datieren. Die Einwohner von Bergen und Berschweiler wissen nur noch aus Erzählungen ihrer Eltern etwas von der alten, einsamen Kirche zu Wassenacht, und es wird nicht mehr lange dauern, bis auch die letzten Erinnerungen an dieses idyllische Kirchlein entschwunden sind.“

Anmerkung von Papa: Die Berschweiler Kirche kostete 700 Taler!

Anmerkungen v. H. Hahnenwald zu diesem Artikel:

Die Suche nach dem beschriebenen Grundriss im Birkenfelder Museum blieb leider erfolglos. Herr Schuch, der maßgeblich die Museumsarbeit (2005) leitete, fand keinen Hinweis darauf, im Fundus tauche in seiner „Museumszeit“ auch kein so beschriebenes Objekt auf. Er fand allerdings den Original-Kirchenschlüssel, den ich als Fotokopie mitnehmen konnte. Im Gespräch mit Herrn Rolf Müller, Verfasser der Ortschronik von Bergen, erfuhr ich, dass auch er schon vor einigen Jahren vergeblich im Birkenfelder Museum nach genanntem Grundriss recherchierte.“

Hier noch eine Anmerkung zu den Glocken: Zwei Glocken der Wassenacher Kirche kamen nach deren Abbruch, also gegen 1865, im Berschweilerer Turm zum Läuten. Den Inschriften war zu entnehmen, dass ihr Guß gegen 1500 erfolgt sein könnte.

Eine davon wurde im Ersten Weltkrieg (1914-1918) eingeschmolzen und nach diesem Krieg durch die ersetzt, welche im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) für Kanonen genommen wurde. Eine Großtante der heutigen (2005) Küsterin, Frau Sylvia Moser, konnte sich an den Abtransport und den aufgegossenen Text noch gut erinnern:

DIE SCHWESTER

WARD GEOPFERT

ZUR SCHWEREN KRIEGESZEIT

ICH FOLG UND FLEH

UM FRIEDEN

FUER ALLE EWIGKEIT

Trotz der eindrucksvollen Worte wurde auch dieses Instrument sinnlos geopfert. 1952 wurde eine Ersatzglocke aus Hinterpommern als Zweitglocke geliefert. Deren Herstellung datiert aus dem Jahre 1893.

Weiterhin fand ich im Jahresheft 2005 des Hunsrückvereins die nachfolgende Literaturquelle von Pfarrer Kochheim:

Die Bergener Kirche“  Literaturquelle von Pfarrer Kochheim aus 2005:

Wer heute das Dorf Bergen besucht, ahnt nichts von der Geschichte der Kirche, die von weither gut sichtbar etwa die Mitte des Straßendorfes markiert, wundert sich vielleicht nur über die großzügigen Ausmaße dieses Gotteshauses, das im neoklassizistischen Stil etwa Mitte des 19. Jh.s erbaut wurde.

Bis zu dieser Zeit gab es in Bergen nur eine kleine Kapelle, die im 19.Jh. wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Die Hauptkirche des Kirchspiels (Pfarrei) mit den Dörfern Bergen, Berschweiler und Griebelschied war seit alters her die Kirche in Wassernach, einem Ort, der einst zwischen Berschweiler und Bergen lag.

Um Ersatz für die abgerissene Kapelle zu schaffen, beschloss man nun, in Bergen eine große Kirche zur gemeinsamen Nutzung mit den Nachbardörfern zu bauen. Als Grund wurde angeführt, auch die Wassernacher (Haupt-) Kirche wäre baufällig, und eine Reparatur lohne sich nicht mehr. Diese Einschätzung wurde allerdings nicht von allen drei Dörfern geteilt.

In Berschweiler und Griebelschied war man vielleicht nicht ganz so glücklich mit dem Plan, in Bergen eine neue, gemeinsam genutzte Kirche zu bauen.

Diese Bedenken wurden dann aber nicht ausgeräumt. Man versuchte vielmehr, vollendete Tatsachen zu schaffen und begann den Neubau der Kirche in Bergen. Weil das Dorf aber die Kosten alleine nicht tragen wollte, wurden die anderen Dörfer anteilig an den Baukosten beteiligt:

Bergen sollte die Hälfte der Bausumme aufbringen, Berschweiler zwei Sechstel und Griebelschied ein Sechstel. Doch Berschweiler sträubte sich gegen diese Zuzahlungspflicht und widersetzte sich auch den Zwangsmaßnahmen, mit denen das Geld eingetrieben werden sollte.

Der Streit eskalierte und ließ in Berschweiler den Gedanken aufkommen, nicht nur das Kirchspiel, sondern auch die Landeskirche der oldenburgischen Herrschaft zu verlassen.

Bei dem in Frankfurt lebenden Prediger Ronge fragte man an, ob er nicht gewillt sei, als Pfarrer nach Berschweiler zu kommen oder einen geeigneten Prediger nach Berschweiler zu entsenden. Ronge gehörte einer freien religiösen Bewegung an, die sich weder der katholischen noch der evangelischen Kirche zugehörig fühlte.

Bevor allerdings die Verhandlungen mit ihm konkretere Formen annahmen, griff die Verwaltung des Großherzogs in den Streit ein und beendete ihn mit einer Art Kompromiss: Berschweiler sollte zwar seinen Anteil an der neuen Bergener Kirche bezahlen, bekam dafür aber das Recht zugesprochen, mit dem Material der abgerissenen Kirche von Wassenach sich eine eigene Kirche in Berschweiler zu erbauen.

So wurde dann auch verfahren, und heute besitzt die Kirchengemeinde Bergen mit rund 800 Gemeindegliedern insgesamt drei denkmalgeschützte Kirchen. Zu keiner Zeit wurde die Bergener Kirche als so genannte Hauptkirche von den Gemeindegliedern der Nachbardörfer genutzt, und so hatte man langsam eingesehen, dass die Kirche eigentlich viel zu groß war.

In den 50er Jahren des 20.Jh. wurde deshalb der Kirchenraum verkleinert und in dem abgetrennten Bereich ein Saal eingerichtet, in dem heute alle Gemeindeveranstaltungen stattfinden.

Durch diesen Umbau entstand auf der Empore eine große Freifläche, die man sinnvoll nutzen wollte. Unglücklicherweise kam man auf die Idee, die Orgel von ihrem ursprünglichen Ort auf der Empore über dem Eingang auf die gegenüberliegende Seite zu verlagern. Bei dieser wohl nicht ganz fachmännisch durchgeführten Umzugsaktion wurde das Orgelgehäuse, das man wohl nur für Verzierung hielt, so stark beschädigt, dass es nicht mehr am neuen Standort aufgebaut wurde. Das dadurch verloren gegangene Klangvolumen kompensierte man durch den Einbau von zwei im Original ursprünglich nicht enthaltenen Registern. Der bis dahin von den Konfirmanden zu tretende Balg wurde durch ein Gebläse ersetzt. Auch diese Umbaumaßnahme verrät wenig Sachkunde: die vom Gebläse auf dem Dachboden geförderte Luft kommt falsch temperiert in die Orgel und sorgt auf diese Weise für manche Überraschungen beim sonntäglichen Orgelspiel. Vor einigen Jahren hat die Kirchengemeinde deshalb einen Orgelfond eingerichtet, mit dem sie wenigstens die Korrektur der größten Fehler aus der Vergangenheit finanzieren will. wenigstens das. Andere Fehler, die gemacht wurden, können wir nicht mehr korrigieren. Aber vielleicht Lehren daraus ziehen.“

Namensursprung

Der Name Wassernach ist wahrscheinlich kelto-romanischer Herkunft.

Geschichte

  • Vorgeschichtliche Bodenfunde seit der Neusteinzeit lassen vermuten, dass das Gebiet zwischen Bergen, Perchwald und Wassernach sehr früh besiedelt war. Spuren aus spätrömischer Zeit lassen auf einen ausgedehnten Vicus, ein größeres Dorf, schließen. Ein Dorf, das im Perchwald an der Stelle lag, wo von der alten Handelsstrasse, die von der Mosel zum Glan führte, die Römerstrasse nach Mainz abzweigte. Südlich vom Wassenacher Friedhof im Bezirk Heiligenhübel wurden Schwerter der Bronzezeit gefunden. In der gesamten Gegend sind schon einige Hügelgräber aus dem 1.vorchristlichen Jahrtausend gefunden und geöffnet worden. Ein sehr gut erhaltener römischer Fund in der Bergener Gemarkung ist zum Beispiel ein Pferdegeschirr aus Bronze.

  • Die Hochgerichtsbarkeit und der größte Teil der Grundherrschaft im Bereich der Mark Bergen befanden sich damals in den Händen der Wildgrafen, wie bereits erwähnt. Die Besitzverhältnisse wechseln im Laufe der Jahrhunderte zwischen den Wildgrafen, den Sponheimern, den Markgrafen von Baden und den Grafen von Veldenz. Im 19.Jahrhundert besaßen die Grafen von Sponheim das Patronats- und Zehntrecht, die den Zehnten häufig als Lehen weitergaben. Um 1707 wird ein Streit um den Kirchensatz und den Zehnten zwischen den Wildgrafen- und Sponheimer-Rechtsnachfolgern beigelegt, Sponheim scheint Recht bekommen zu haben.

Zehnt (Decem), etwa seit dem 5.Jh. von der Kirche unter Berufung auf das A.T. (zu. B. Mose 27,30 ff.) geforderte Vermögensabgabe der Laien an die Bischöfe zum Unterhalt des Klerus. Nach 818/819 erhielten auch weltliche Grundherren als Inhaber von Eigenkirchen den Z. Ferner kam der Z. durch Belehnung, Verpfändung usw. in Laienbesitz (Entstehung d. weltlichen Zehntrechts der Grund- und Landesherrn). Anfänglich vom Gesamtvermögen zu erbringen, umfasste der Z. schon früh nur noch Erträge aus Grundbesitz, wobei die Höhe der (meist einmal jährlich zu entrichtenden) Abgabe selten 10% des Gesamtertrags erreichte. Die Leistung erfolgte ursprünglich in Naturalien, etwa seit dem 13.Jh. auch in Geld. Der Z. bestand bis zur Franz. Revolution bzw. bis zur Bauernbefreiung. Bei einigen Sekten ist der Z. noch üblich.

1404 war Eberhard Meysewyn von Sponheim Inhaber des Zehnten und Kirchensatzes zu Westernhardt, Bergen, Grubelscheid und Staufenberg als ein Pfandlehens und bestimmte, dass es, wenn er ohne Kinder sterben würde, an Graf Simon III. von Sponheim fallen solle. Die Bestimmung trat nicht in Wirkung, denn 1418 war das Patronats- und Zehntrecht zu Bergen, Grobelscheit, Berswilr und Stauffenberg im Besitze des Bernhard Meysewyn von Sponheim, der jedenfalls Eberhards Sohn war. Aber 1437 wurde das Lehen von dem letzten Sponheimer Grafen zurückgehalten, 1438 wies die Herrschaft 2/3 des Zehnten groß und klein zu Bergen, die von dem seligen Eberhard von Sponheim zurückgefallen wären, je 46 Ml. Korn und Hafer durchschnittlich, dem Amte Herrstein zu.

Malter: (eigtl. „die auf einmal gemahlene Menge Korn“), alte dt. Raumeinheit unterschiedl. Größe, als Hohlmaß für Getreide in Baden z.B. 1,5hl, im Großherzogtum Hessen 1,28 hl, in Preußen 6,955 hl, als Raummaß für Holz z.B. in Braunschweig 1,859m³. Getreidemaße-Unterschiede zwischen „gehäuft-Maß“, „glattgestrichen Maß“, 2gerüttelt Maß“, „Rauhe Frucht“ (Hafer), „Glatte Frucht“ (Roggen, Weizen, Gerste). Unterschiedliche Größen- und Messverfahren (1hl = 100l).

Das restliche Drittel des Zehnten zog natürlich der Kirchspielspfarrherr. 1485 präsentierte Markgraf Christoph von Baden als ältester hintersponheimischer Gemeinsherr dem Mainzer Domprobst einen Pfarrer für Westernart alias bergen. Als die Wild- und Rheingrafen zur Reformationszeit den evangelischen Glauben annahmen, unterstellten sie die Kirche der Inspektion Kirn und beanspruchten als Landesherrn und Bischöfe ihrer Landeskirche den Kirchensatz und schließlich auch den Zehnten. Um diesen kam es zum Streit mit der sponheimischen Gemeinsherrschaft, der zwar zwischen 1705 und 1707 beigelegt wurde, aber aufs neue entbrannte, als Salm-Leuze 1724 den Zehnten wieder einzuziehen anfing. Sponheim klagte und enthielt dem Gegner zugleich den rheingräflichen Zehnten auf der Abtei vor. 1724 scheint Sponheim Recht bekommen zu haben.

  • Der Pfarrbezirk um Bergen, findet 961 als Mark Bergen erstmals Erwähnung. Er umfasste neben Bergen die Orte Berschweiler, Griebelschied, den Niederhosenbacher Dorfteil links des Baches wie auch die später untergegangenen Orte Staufenberg, Wassernach und Hitzelhosenbach

  • Das genaue Alter der Wassernacher Kirche ist unbekannt. Eine erste Erwähnung von Wassernach findet man im Jahr 1283.

  • Die Pfarrei Wassernach wurde zwischen 1545 und 1550 evangelisch und unterstand dem lutherischen Konsistorium in Kirn.

  • Der Pfarrer von Wassernach zog schon vor Beginn des 30-jährigen Krieges nach Bergen, wahrscheinlich wurde auch damals die Siedlung aufgegeben, nur die Kirche und der Friedhof bestanden weiter. Hildegard Becker hat in einem Kreuznacher Heimatkalender eine Passage über die Wassenacher Kirche entdeckt, in der steht, dass einmal eine Glocke vom Turm heruntergefallen sei und den Pfarrer erschlagen hätte Auch das Gerücht von einem erfrorenen Kinde steht im Raum. Das Kind wurde von Griebelschied nach Wassernach getragen, wo es getauft werden sollte. Der Weg war beschwerlich und es war sehr kalt und das Kind erfror auf dem Weg zur Kirche.

  • 1822-1830 entbrannte der Streit um die Blutegel im Wassernacher Weiher bei Bergen, um einen sumpfigen, flachen Weiher mit Riedgras und Schilf. Bergen und Berschweiler nutzten den Weiher, dankbar war man für das Gewässer inmitten der wasserarmen Hochfläche. Die darin wohnenden Blutegel waren jedoch allen Dorfbewohnern ein Gräuel. Unumstritten war jedoch schon damals die unersetzliche Wirksamkeit zur Heilung bestimmter, lebensbedrohender Krankheiten. So mancher, der um 1820 für die Heilpraxis Blutegel benötigte, kam zum Wassernacher Weiher. Es war den Einheimischen vom Fürstentum Birkenfeld ein Dorn im Auge, dass „Ausländer“ aus dem angrenzenden preußischen Gebiet sich der Blutegel bedienten und so evtl. die Versorgung im Birkenfelder Land beeinträchtigten. Um dieser Ausbeutung ein Ende zu bereiten bat der Herrsteiner Apotheker Roth 1822 um die Pachtrechte zur Blutegelzucht. Kaum stand der Antrag, zeigte auch Herr Jakob Hummel aus Bergen daran Interesse. Beide Gesuche blieben über Jahre hinweg unbeantwortet und die Blutegel nahmen rapide ab. 1823 wurde die Wasseranlage auf 10-15 Jahre als Fischweiher gegen einen jährlichen Zins von 5 Gulden und 30 Kreuzer verpachtet. Beide Gemeinden behielten das Recht zur Entnahme von Blutegeln.

  • Bergen erhielt 1862 eine eigene Kirche, die offiziell die neue Kirchspielkirche wurde. Der damalige Pfarrer Flick begründete die Standortwahl damit, dass in Bergen einmal eine Kapelle gestanden habe. Die Berschweiler Einwohner weigerten sich, den Neubau anzuerkennen und wollten auch nicht den von ihnen geforderten Beitrag zu den Baukosten entrichten, was sie jedoch mussten. Der Streit wurde beendet, als man beschloss, auch in Berschweiler eine neue Kirche zu bauen.

  • Das Streitobjekt, die Wassernacher Kirche, wurde 1866 abgerissen. Ihre Steine, das Gestühl und die Glocke mussten als Baumaterial für die neue Berschweiler-Kirche herhalten, die 1867 fertiggestellt wurde. Den Schlüssel für die Wassenacher Kirche findet man im Birkenfelder Heimatmuseum. Herr Hahnewald hat ihn 2005 abgezeichnet: Er ist 31,5cm lang, aus Schmiedeeisen, vermutlich gehärtet, hat starke Korrosionsspuren, Farbe dadurch rostbraun

Gezeichnet wurde die Wassernacher Kirche von Hans Rupp aus Idar-Oberstein, Brigitte Schmidthöfer (jetzt Werle) zeichnete sie als Kind ab. Letztere Zeichnung findet man im Gasthaus Schmidthöfer.

SAGE zu Wassenach

Die Kirche war dem Heiligen Martin geweiht. An Stelle einer heidnischen Gottheit des Herbsterntesegens, die vorher von den Bauersleuten und den Hirten der Gegend verehrt worden war, wurde der Heilige Martin hier zum Schutzheiligen einer frühen christlichen Glaubensstätte. Am Martinstag, dem 12.November, wurde alle Jahre ein großes Fest aus vielerlei uralten Überlieferungen gefeiert.

In den Dörfern ringsum erzählte man sich bis vor hundert Jahren, dass in der Kirche um die Mitternachtsstunde eine grauenvolle Dunkelheit sei. Es hieß, in der Kirche ginge der Spuk um. Niemand traute sich daher zur Nachtzeit hinein.

Manch einer, den sein nächtlicher Weg daran vorbeiführte, kam aus plötzlicher Angst ins Laufen und erreichte schweißgebadet das Heimatdorf.

Auf winterlicher Maje wettete einst leichtsinnig ein Bursche mit seinen Freunden, dass er in der Geisterstunde in die Kirche gehen werde. Seine zauberkundige Großmutter gab ihm auf den lebensgefährlichen Gang drei Dinge mit: einen Wetzstein, eine schwarze Katze und gesegnetes Salz. Damit könne er den Spuk bannen, meinte sie.

Nicht ohne Zagen machte sich der Bursche dann eines Nachts kurz vor 12 auf den Weg zur Kirche, mit sich führend den Wetzstein, die schwarze Katze und das gesegnete Salz. Angstvolle und neugierige Blicke folgten ich, als sich die alte Kirchentür knarrend hinter ihm schloss.

Tiefes Dunkel erwartet ihn, Totenstille. Eben schlug es 12, da erschien in der mitternächtlichen Dunkelheit des Kirchenraumes ein riesiger Mann, noch schwärzer als die Finsternis ringsum. Dumpfes Dröhnen erscholl und eine tiefe Stimme klang dem Burschen entgegen:

Hätt’st du nicht die Witz, die Watz,

hätt’st du nicht die schwarze Katz,

hätt’st du nicht gesegnet Salz,

drehte ich dir um den Hals.

Damit verschwand die Gestalt. Verschwunden war der Spuk und der Bursche kam heil und unangetastet aus der Kirche heraus, wo vor dem Friedhofstor seine Freunde am Wege auf ihn warteten.

Es existiert auch eine Volkssage, die behauptet, die Siedlung sei durch Wassernot untergegangen. Der Untergang durchs Wasser ist aber bei der Lage in einer flachen Mulde hochoben auf der Höhe vollständig ausgeschlossen. Diese Sage begründete sich auf den Namen „Wassernacht“

Hitzelhosenbach hatte das Privileg der Beherbergungspflicht. Ein Privileg, auf das jeder Ort gerne verzichtete, bedeutete es doch, dass man die Soldaten und ihre Pferde versorgen musste. Da blieb nichts mehr für die gemeinen Leute übrig.

SAGE von der Verbannung der Pest und dem Untergang von Hitzelhosenbach.

Bei Niederhosenbach lag in alter Zeit das Dorf Hitzelhosenbach, das im 30jährigen Kriege unterging. Zerfallene Mauern, zwischen denen die Bäume des Waldes grünen und ein Brunnen sind die einzigen Überreste.

Über seinen Untergang berichtet folgende Sage.

Das Dorf war von den Kriegsscharen, die unter General Spinola in unsere Gegend kamen, ausgeraubt worden. In Küche und Keller war bald nichts mehr zu finden und den Bauern schaute Hunger und Elend aus den Augen.

Mit den Soldaten kam auch die Pest, fuhr von Haus zu Haus und raffte die Menschen dahin. So starb ein Haus nach dem andern aus und endlich war niemand mehr da, der die Toten begrub.

Nun flog die Pest, begierig auf neue Opfer, nach dem benachbarten Niederhosenbach, um auch dieses heimzusuchen.

Am ersten Hause zu Niederhosenbach war ein Bauer gerade damit beschäftigt, seinen Garten mit einem neuen Zaun zu umgeben, denn die Soldaten hatten den alten im Kriegslager verbrannt.

Er hatte schon die Pfosten in die Erde gesetzt und Löcher hineingebohrt, um die Zaunriegel (waagerechte Stangen) mit Zapfen darin zu befestigen, als die Pest ankam.

Müde von ihrem Wüten in Hitzelhosenbach schlüpfte sie in das Loch eines Pfostens, um dort auszuruhen und neue Kraft zu ihrem Zerstörungswerke zu sammeln. Kaum hatte der schlaue Bauer das bemerkt, so trat er schnell hinzu und schlug einen Zapfen in das Loch. So war die Pest gebannt und das Dorf gerettet.

Quellen:

  • Wolfgang Hey (Red.), Wüstungen in der Verbandsgemeinde Herrstein

  • Heinrich Baldes: Geschichtliche Heimatkunde der Birkenfelder Landschaft von der Urzeit bis 1817 nebst einer geschichtlichen Ortskunde

  • Am heimatlichen Sagenborn, M.Ohlmann

  • Manuskripte des Lehrers Herrn Jung

  • Die verschwundene Kirche Wassenach“ von M. Hahnewald aus Idar-Oberstein, ein Geschenk an H. Egon Schmidthöfer im Jahr 2005

 

 

Verzeichnis der Bürgermeister

Hubert Paal ab 2014

Karl-Günter Hahn  von 2002    bis 2014 ?

Edgar-Kissel    von    bis 2002?

Werner Geiß ??

Günter Hahn  ??

Erich Herzberger

Reinhold Zimmer ??

Willi Arnold ??

Willi Schüler ??

Otto Hahn ??

Erich Hahn ??

Jakob Hahn ??

Otto Fried ??

 

 

Alte Pläne und Hausnamen

 

 

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